sonja stummerer & martin hablesreiter
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  • foto: ulrike köb

sustainable food design 2

Vermutlich weiß jeder Mitteleuropäer ziemlich gut über die Notwendigkeit nachhaltigen Handelns Bescheid. Wir sind informiert, allein das Handeln fällt so schwer. Vielleicht liegt das Problem weniger am Wissen, sondern an der Kultur. Wir unterwerfen uns üblicherweise einen kulturellen Regelwerk, um als Gesellschaft zu funktionieren. Ein Ausbruch aus diesem System ist bestenfalls peinlich. Der Weg zum asozialen Spinner oder verrückten Künstler ist ziemlich kurz. Ein Leben ohne Supermarkt, Wegwerfkultur und Importware ist ein Bruch mit Europas kulturellem Regelwerk.

Und was jetzt? Zusammenarbeit vielleicht. Auf die Versuche, den Klimawandel zu beweisen und Nachhaltigkeit zu rechtfertigen, folgt wohl die Frage wie mit gestalterischen und interventionistischen Mitteln Veränderungen in Verhalten und Denkweise hinsichtlich Essen initiiert werden können. Da Essen ein hoch emotionaler Vorgang ist, dem wir rational nur sehr bedingt zugänglich sind, müssen Köche, Produzenten, Künstler, Forscher und Konsumenten kooperative Möglichkeiten erfinden, um sich gegenseitig zum Handeln zu provozieren.

Vielleicht probieren wir das System der Fertiggerichte zu überdenken, die das Prinzipt Nachhaltigkeit in keiner Weise in sich tragen.